Yoga

Üben kann man überallWas bedeutet „Yoga“ ursprünglich?

Der Begriff „Yoga“ kommt aus dem altindischen Wort „Yõga-h“:Verbindung, Vereinigung“ und ist verwandt mit dem ebenfalls altindischen „Yugá“: das “Joch“. (Ein Zuggeschirr, mit dem zwei Ochsen vor einen Wagen oder einen Pflug gespannt werden.)
Hierin gibt es eine Übereinstimmung mit dem Wort „Religion“, welches sich aus dem Lateinischen übersetzen lässt mit „re-ligare“: Zurückbinden. Gemeint ist hier zum Einen die Rückbindung des Menschen an das Göttliche, an die uns umgebende Natur („alles ist eins“), aber auch die Rückbindung an sich selbst. („bei sich sein“)
Hinter letzterem verbirgt sich eine Annahme, die ich teile:
Zum einen, dass jedem Menschen ein ursprüngliches tiefes Wissen über die eigene Wahrheit innewohnt und er letztlich am besten weiß, was ihm gut tut. (Ein Ansatz, den ich auch in meiner psychotherapeutischen Arbeit berücksichtige.)
Zum anderen, dass es eine tiefe existentielle Verbindung zu allen anderen Lebewesen gibt, eine Verbindung zur Welt, zum Universum; ein Gefühl, dass viele vielleicht aus unterschiedlichen Erfahrungen schon kennen; sei es durch Erfahrungen in der Meditation, auf reisen;  sei es, dass es sich in spontaner Sympathie zu einem Menschen äußert oder in einer tiefen Empfindung zum Beispiel beim Hören einer bestimmten Musik.

Auf die Frage hin, welche Art von Yoga ich unterrichte, zitiere ich gern den indischen Yogi, bei dem ich gelernt habe:
Alles ist Hatha-Yoga“.
Wenn im Westen Yoga unterrichtet wird, setzt sich der Inhalt der Stunden vornehmlich aus dem Praktizieren der Ãsanas zusammen.
Damit ist die Ausführung der festgelegten Formen gemeint, die jeweils unterschiedliche Wirkungen auf körperlicher und geistiger Ebene erzielen.
Die Ãsanas sind ein Teil des Yoga-Weges und nicht deren ausschließliches Wesen. Sie dienen in der Philosophie des Yoga der Vorbereitung des Körpers auf die Meditation und fördern das, was im Yoga-Sutra „die Stilllegung des Geistes“ genannt wird.
Alle Ãsanas werden mit dem Atem koordiniert.
Wer regelmäßig übt, entwickelt einen tiefe Ruhe. Ausserdem hält das Praktizieren von Yoga Körper, Geist und Seele gesund.
Neue Räume werden eröffnet.
Bereits bestehende Krankheiten und Beschwerden können durch die Ausübung von Yoga gelindert oder gar geheilt werden.
Die Ãsanas sind daher auch für weniger spirituell orientierte Menschen  geeignet.

In Yoga-Klassen, die ich früher genommen habe, habe ich beobachtet, dass Ãsanas teils auf eine Art ausgeführt wurden, die mir nicht sorgfältig genug erschien.
Es geht mir hier nicht um pure Präzision um ihrer selbst willen, sondern um die Vermeidung von Spätschäden.
Daher führe ich meine Schüler teilweise mithilfe anderer erlernter Techniken behutsam an die Positionen heran.
Zum Beispiel nutze ich Elemente aus Feldenkrais, Contact Improvisation oder der Release Technique.
Moshe Feldenkrais war einer der Pioniere auf dem Gebiet der bewussten Körperwahrnehmung mit dem Ziel, neuronale Veränderungen im Gehirn herbeizuführen (in dem Wissen, dass wir Menschen die Kapazität unseres Gehirns nur zu einem geringen Prozentsatz nutzen.) Die Reprogrammierung des Körpersystems durch bewusste Ausführung neuer Bewegungen führt über die Erfahrung, dass Veränderung möglich ist, zur Beeinflussung des kognitiven Systems.
Contact Improvisation ist eine Technik des zeitgenössischen Tanzes, bei der es um die Ausführung bestimmter Bewegungen mithilfe von KONTAKT geht, und zwar nicht nur mit anderen Personen, sondern auch mit dem Boden oder anderen Elementen (Wand, Tisch, Stuhl…). Hier werden Fragen untersucht wie: Inwieweit kann ich die Schwerkraft nutzen, um zum Beispiel mit Lasten umzugehen (ein Aspekt, der z. B. in pflegerischen Berufen von großer Bedeutung ist). Wo kann ich Gewicht abgeben oder Unterstützung beim anderen finden? Wo findet Kontakt überhaupt statt?
Die Release Technique ist Teil des New Dance und basiert auf minimalem Gebrauch der Muskeln, man könnte sagen, es wird versucht, größtmögliche Beweglichkeit aufgrund der eigenen physischen Struktur unter Vermeidung überflüssiger Anstrengung zu erreichen.

Ich setze in meinen Yoga-Kursen und Yoga-Einzelstunden keinerlei Kenntnisse voraus, sondern folge meinem eigenen Lern- und Lehr-Prinzip.

Ich gebe wieder Yoga-Einzelunterricht auf Anfrage. Die Kosten richten sich nach Ihrem Einkommen. 
Wenn Sie mehr über Yoga wissen möchten:

In den klassischen indischen Schriften werden folgende Yogawege beschrieben:

Hatha Yoga: Der körperliche Weg über die Ãsanas.
Seine Prinzipien werden in der Hatha Yoga Pradipika, einem Text aus dem 15. Jahrhundert, erläutert.
Hatha Yoga gilt als die Vorbereitung zum
Raja Yoga: Dem königlichen Weg.

Man kann Raja Yoga und Hatha Yoga voneinander abgrenzen, indem man sagt, Raja sei der eher spirituelle und Hatha der eher körperliche Weg. Manche westliche Schulen sprechen vom Hatha-Yoga als Oberbegriff aller Schulen. Raja Yoga nennt man die Stufen des Achtgliedrigen Yoga nach Patanjali (auch Ashtanga Yoga genannt: Asta : acht, Anga: Teile), deren Ziel die Beherrschung des Geistes ist. Nun kann man sagen, man lernt erst einmal seinen Körper beherrschen: praktiziert die Ãsanas und widmet sich dann der Beherrschung des Geistes.
Jnana Yoga gilt als der Weg der Erkenntnis. Es ist der schwierigste Weg, weil der Weg der Erkenntnis, des Studiums der Schriften, also der Reflexion, die Annahme von Dualitäten voraussetzt.
Karma Yoga ist das Yoga des Handelns. Der Mensch ist zum Tun geboren. Er muss lernen, die Anhaftung an die Taten zu überwinden und jede Handlung gleichen Mutes auszuführen.
Bhakti Yoga
ist das Yoga der Hingabe, der Weg der reinen Liebe, der Weg des Herzens.
Bhakti Yoga führt zur Erkenntnis über das HERZ, durch den reinen Glauben an die Liebe, an das Göttliche.

Die acht Glieder des Yoga (Ash Tanga) nach Patanjali

  1. Yama, die Gebote gegenüber den Anderen oder gesellschaftliche Disziplin wie z.B. Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Asteya (nicht-Stehlen), Satya (Wahrheitsliebe). Für den Jainismus ist AHIMSA ein besonders bedeutendes Gebot.
  2. Niyama, die Gebote gegenüber dem eigenen Selbst, z.B. Tapas (im weitesten Sinn Disziplin) und Santosha (Zufriedenheit oder Gleichmut)
  1. Ãsana, ursprünglich die Meditationsstellung: Pãdmãsana. Hier: Die Übungen des Körpers (und somit das Beruhigen des Geistes)
  1. Prãnãyãma: die Regulation des Prãna (Prãna: Lebenskraft. Ãyãma: Spannung, Hemmung), letztendlich Stillstand (Anhalten) des Atems, somit auch der Gedanken, Wünsche etc.
  1. Pratyãhãra: Das Zurückziehen der Sinne
  1. Dhãranã Konzentration (auf das wahre Selbst)
  1. Dhyãna: Die Meditation
  1. Samãdhi: Die Selbstverwirklichung, die vollkommene Versenkung, derer es wiederum mehrere Stufen gibt. Sie werden im Yoga-Sutra ausführlich beschrieben.


 

 

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